Es ist von Fall zu Fall zu differenzieren

Mitarbeiterüberwachung ist ein heikles Thema, wenn es arbeitsrechtlich betrachtet wird. Doch auch wenn sie aus sozialer Sicht gesehen wird, hat die Frage Mitarbeiterüberwachung einen leicht negativen Touch bekommen, sofern man die Schlagzeilen der letzten Monate betrachtet. Gleichermaßen muss gesehen werden, dass die Loyalität vieler Arbeitnehmer gegenüber ihren Arbeitgebern oft zu wünschen übrig lässt. Außerdem scheint die Dreistigkeit einiger Angestellten kaum Grenzen zu kennen, sodass Mitarbeiterüberwachung scheinbar oft das letzte Mittel der Wahl ist, um sich dagegen wehren zu können.

Rechtliche Einschränkungen bei der Mitarbeiterüberwachung

Es gibt vom Gesetzgeber geschaffene Grenzen, an die sich Arbeitgeber halten müssen. Anderenfalls hat das finanzielle Folgen oder kann zumindest zu Imageschäden führen, wenn unberechtigte Mitarbeiterüberwachungen an die Öffentlichkeit dringen. Demnach sind also die Datenschutzgesetze, die individuellen Rechte der Arbeitnehmer als auch die Mitbestimmungsrechte des Betriebsrates in Erwägung zu ziehen. Bei der verdeckten Kameraüberwachung gelten sehr strenge Regeln. Lediglich, wenn ein realer Verdacht auf eine strafbare Handlung eines Angestellten vorliegt und es keine andere Variante zum Nachweis der Straftat gibt, darf die verdeckte Kameraüberwachung eingesetzt werden. Bei der offenen Kameraüberwachung sind die Regelungen etwas lockerer, solange bestimmte Normen beachtet werden. So darf die Überwachung beispielsweise nicht zur Schikane oder als Druckmittel eingesetzt werden. Gibt es einen Betriebsrat, ist dieser in jedem Fall mit einzubeziehen.

Mitarbeiterüberwachung mithilfe von Detektiven

Bei der Mitarbeiterüberwachung mithilfe von Detektiven gibt es weniger Probleme. Unter anderem bei Straftaten im Betrieb oder Krankschreibungen, die im Verdacht stehen unberechtigt zu sein, ist der Einsatz von Detektiven nicht selten. Auch andere Arten von Vertragsverletzungen im Arbeitsbereich machen oft eine Mitarbeiterüberwachung im Rahmen von Detektivarbeit notwendig. Ein weiteres Beispiel ist eine unerlaubte Nebentätigkeit für ein Konkurrenzunternehmen. Der Detektiv muss selbstverständlich diskret arbeiten. Deshalb ist es wichtig, dass auch hier ein begründeter Verdacht vorliegt. Anderenfalls ist die Überwachung des Arbeitnehmers wiederum unberechtigt. Weitere Varianten, wie ein Detektiv innerhalb eines Unternehmens Einsatz finden kann, sind beispielsweise Testkäufe bzw. Ehrlichkeitskontrollen. Heutzutage machen viele Unternehmer von Mitarbeiterkontrollen über den Einsatz von Detektiven Gebrauch. Es ist also nichts Ungewöhnliches mehr. Denn bedauerlicherweise scheuen sich einige Angestellte nicht vor Betrugsfällen gegenüber dem eigenen Arbeitgeber, vor allem, wenn es um Krankschreibungen und die Lohnfortzahlungspflicht geht.

Betrugsversuch in Augsburg

In Augsburg ging es ebenso um eine Mitarbeiterüberwachung, bei der sich bald herausstellte, dass es sich um einen äußerst dreisten Fall von Betrug in Sachen Lohnfortzahlung handelte. Leider hatte der Angestellte seinen Arbeitgeber bereits über einen sehr langen Zeitraum betrogen, sodass der Firma ein erheblicher finanzieller Schaden entstanden war. So ist es bei einem begründeten Verdacht durchaus sinnvoll, rechtzeitig eine Mitarbeiterüberwachung einzuleiten, um Fakten zu schaffen. Mit dem Unterzeichnen des Arbeitsvertrages verpflichtet sich der Arbeitnehmer schließlich, seine Arbeitskraft in den Dienst des Arbeitgebers zu stellen. Sollte ein Krankheitsfall eintreten, gilt es, dafür zu sorgen, bald wieder zu genesen, um wieder arbeitsfähig zu sein. Arbeitnehmer sollten alle Dinge meiden, die ihre Gesundheit weiter gefährden. Dazu gehört selbstverständlich auch eine Schwarzarbeit. Wer während seiner Krankschreibung für einen anderen Arbeitgeber tätig wird, muss mit arbeitsrechtlichen Folgen rechnen. Dieses Verhalten kann sogar eine Kündigung nach sich ziehen.